Am 22. April fand am Ratsgymnasium der internationale UNESCO-Projekttag statt. Unter dem Leitgedanken „Grenzen überwinden“ setzten sich rund 700 Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen zusammen mit über 60 Lehrerinnen und Lehrern sowie unter Beteiligung von externen Partnern und Eltern in vielfältigen Projekten mit unterschiedlichen Formen von Grenzen auseinander.
Die angebotenen Projekte griffen das Thema aus verschiedenen Perspektiven auf. So beschäftigten sich einige Gruppen mit geografischen und politisch-gesellschaftlichen Grenzen: die Berliner Mauer in ihrer Darstellung u.a. in Literatur, Film und Musik, die Regeln und Grenzen des Jugendschutzes und der Jugendgerichtsbarkeit verbunden mit einem Besuch im Amtsgericht, die Bedeutung von Zivilcourage, die Kinderrechte beim einem Menschenrechtsspaziergang oder die Rolle der SV zur Partizipation der Schülerschaft in unserer Schulkultur.
Während einige Projekte soziale, kulturelle und kulinarische Grenzen z.B. unter dem Motto „Make Hummus not war“ in den Blick nahmen und unsere Schülerinnen und Schüler befähigten, im wahrsten Sinne des Wortes durch die Küchen der Welt über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen oder durch einen Besuch im Japanischen Garten weltanschaulich-religiöse Ansichten zu überwinden, kamen in anderen Projekten das Ergründen persönlicher Grenzen und deren Überwindung zum Tragen – besonders durch das Engagement zweier Schülerinnen der Q1, Anna und Lilly, oder in Workshops zum Thema Achtsamkeit und Yoga.
Natürlich spielten auch kreative Zugänge eine wichtige Rolle. In künstlerischen, musikalischen und literarischen Projekten wurde das Thema individuell interpretiert und umgesetzt: Es wurde gemalt, aus „Müll“ neues Spielzeug gebastelt, die Geschichte der Kassandra für eine Bühnenfassung am Bielefelder Theater betrachtet, mit Lego das Schullandheim auf Langeoog nachgebaut und selbst ein Theaterstück inszeniert.
Durch sportliche Zugänge wurden körperliche und mentale Grenzen beim CrossFit, Bouldern, im Kletterpark und im Wald beim Trailrun überwunden.
Die Grenzen der Physik wurden unter Beteiligung von Juliane aus der 10a zum Thema „Zeitreisen“ gesprengt und die unseres Ökosystems bei der Auseinandersetzung mit dem Klimawandel, der Ressource Wasser, durch Maßnahmen des Energiesparens, in der Bielefelder Klimabahn, unter Elternbeteiligung von Frau Dr. Fischer in der Zooschule im Tierpark Olderdissen oder vor Ort in der Schule mit Praxissemesterstudierenden.
Ein besonderes Anliegen des Projekttages war es, das Bewusstsein für Zusammenhalt, Offenheit und gegenseitigen Respekt zu stärken. An diesem Tag war im Schulgebäude und an den außerschulischen Lernorten zu spüren, dass etwas Neues entsteht und ein Projekttag maßgeblich dazu beitragen kann, Perspektiven zu ändern und sich die Schulgemeinde begeistert für Themen öffnet, die über den Lehrplan hinausgehen.
Kathrin Schrodt