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Exkursion 2021
 
Corona schränkt den Alltag eines jeden ein – so auch in der Schule. Normalerweise steht in der 12. Klasse eine Exkursion nach Münster zum Thema Stadtgeographie an. Aufgrund der immer dominierender werdenden Omikron-Variante und der hohen Fallzahlen musste diese jedoch abgesagt werden. Um den SchülerInnen aber trotzdem eine Alternative zu bieten, beschloss die Erdkundefachschaft, den Ausflug kurzerhand direkt vor die Tür des Ratsgymnasiums zu verlegen: nach Bielefeld.
 
Der Tag der Exkursion begann mit dem Zusammenkommen aller Erdkunde-Kurse im Forum, wo für knapp zwei Stunden in Kleingruppen an Referaten gearbeitet wurde. Jede Gruppe musste sich außerdem einen thematisch geeigneten Standort in der Stadt überlegen, an dem der Vortrag präsentiert werden sollte.
 
Begonnen wurde mit dem ersten Thema „Sozialräumliche Gliederung Bielefelds und Perspektiven der Stadterneuerung“ im Forum. Es wurden verschiedene Maßeinheiten, wie der Jugendquotient, erläutert und auf unsere Stadt angewendet. Vorgestellt wurde auch ein Projekt in Baumheide zur Attraktivitätssteigerung und Aufhebung der sozialen Segregation.
 
Im Anschluss gingen wir der Stadtgenese Bielefelds auf den Grund. Auf der Suche nach mittelalterlichen Spuren ging es zunächst bei eisigen Temperaturen, ca. -5°C, auf die Sparrenburg. Sie ist eng mit der Geschichte Bielefelds verknüpft. So geht der Ursprung der Stadt auf das Jahr 1214 zurück; die Burg wurde wenige Jahre später, um 1240, zum Schutz der Ravensberger Grafen gebaut wurde, welche für die Gründung der Stadt verantwortlich waren.
 
Weitere Spuren des Mittelalters ließen sich in der Altstadt wiederfinden. Die Vortragenden erzählten uns vor dem Crüwell-Haus, in welchem sich heute das Geschäft SØR befindet, dass dieses 1530 gebaut und 1813 von der Familie Crüwell erworben wurde. Die Familie ist bis heute im Besitz des Hauses.
 
Als nächstes zeigte uns die folgende Gruppe die Ankergärten – ein Beweis dafür, dass Gentrifizierung auch in unserer Stadt zu finden ist. Zur Erinnerung: Gentrifizierung beschreibt den Aufwertungsprozess eines Stadtteils durch Sanierung oder Umbau, wobei die ansässigen Einwohner durch wohlhabende Bevölkerungsschichten verdrängt werden. Ganz typisch für den Prozess der Gentrifizierung entstand das heutige urbane Wohnquartier auf einem alten Industriegelände. Heute befinden sich dort 93 Wohnungen und ein begrünter Innenhof. Die Preise liegen zwischen beachtlichen 2.700 und 3.300 €.
 
Am gleichen Standort wurde die wassersensible Stadtentwicklung Bielefelds thematisiert. Der Klimawandel und der dazugehörige Anstieg der Temperatur sind besonders in Städten eine Herausforderung. Ein Umdenken in der Stadtplanung ist hier notwendig. In Bielefeld wird ein Anstieg von 3,5°C bis 2100 erwartet. Diese Erkenntnis kann nicht ohne Reaktion bleiben. Ein Projekt der Stadt Bielefeld ist die Offenlegung der Lutter in der Ravensberger Straße. Diese soll künftig zur nachhaltigen Erneuerung und Attraktivitätssteigerung beitragen.
 
Weiter ging es auf das Gelände der ehemaligen Ravensberger Spinnerei. In der Zeit der Industrialisierung, ihr Grundstein wurde im späten 19. Jahrhundert gelegt, war sie sogar eine der größten Flachsspinnereien Europas. Infolge des Strukturwandels, ausgelöst durch die Deindustrialisierung ab etwa 1960, musste die Spinnerei 1974 jedoch aufgegeben werden. Heute befinden sich unter anderem die Volkshochschule und das Historische Museum Bielefeld dort.
 
Die letzte Station markierte der sich besonders im Moment im Umbruch befindende Jahnplatz im Rahmen der aktuellen Stadtentwicklung. Dieser soll nach einem klimafreundlichen Mobilitätskonzept ausgerichtet werden und an Lebendigkeit gewinnen. Ursache für den Umbau war der erhöhte Stickstoffdioxid-Wert, weswegen der motorisierte Individualverkehr am Jahnplatz schon jetzt reduziert werden soll.
 
Diese Exkursion hat deutlich gezeigt: Man braucht nur vor die Tür der eigenen Schule zu gehen, um Stadtgeographie in ihrer ganzen Breite zu entdecken. Corona hat also erfinderisch gemacht und den Blick auf das Nächstliegende gelenkt: auf Erkundungen in der eigenen Heimatstadt.
 
Bielefeld, den 22.12.2021
Ann-Katrin Uffmann, Q2, Geographie-Kurs von Frau Schrodt

1. Wir alle sind von Geburt an frei und gleich an Rechten.

2. Niemand darf grundlos unterschiedlich behandelt werden.

3. Alle Menschen haben ein Recht auf Leben.

Die Idee der Menschenrechte ist eine der wichtigsten Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens. Am 10. Dezember 1948 wurden sie in der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und sie werden jährlich als „Internationaler Tag der Menschenrechte“ an diesem Datum besonders in den Fokus gerückt. So wurde auch dieses Jahr erneut am Ratsgymnasium der Tag durch verschiedene stufen- und klassenübergreifende sowie klasseninterne Projekte in den Blick genommen.

Viele Jahrzehnte nach der Verabschiedung der Menschenrechte erkennen die SchülerInnen der 5c am Ratsgymnasium, dass diese Rechte eine große persönliche Bedeutung für sie haben, da sie in ihrem und unserem täglichen Leben an vielen Stellen Wirklichkeit geworden sind. Mit Überraschung und Begeisterung wurde diskutiert, dass Erholung und Freizeit allen Kindern garantiert sein sollte.

Gerade das Recht von Kindern auf Bildung und Freizeit führt weltweit regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen. Darüber diskutierte auch die 9c sowie alle Quintaner im Religionsunterricht. Mit dem Erstellen von Händen unter dem Thema „Die Hand heben für Menschenrechte“ und einer aufwändig gestalteten Übersicht zu allen Menschenrechten sorgten sie in der ganzen Schule an diesem Tag für Sichtbarkeit der Rechte. Im Fach Kunst der Unterprima appellierten die Schülerinnen und Schüler mittels eindrucksvoller Radierungen, angelehnt an die druckgrafischen Serien Francisco de Goyas, an die Beachtung und Umsetzung der Menschenrechte.

Die Klasse 9a greift die Aktualität des Themas vor dem Hintergrund einer Aktion der Deutschen Nationalmannschaft auf:

Flutlicht an für die Menschenrechte!
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Bildquelle: https://derivates.kicker.de/image/upload/c_crop

Am 8.12.2021 haben wir, die 9a, die Menschenrechte, anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10.12.2021, im Erdkundeunterricht thematisiert. Dieses taten wir am Beispiel der Fußball Weltmeisterschaft 2022 in Katar.
Eingestiegen sind wir mit diesem Bild der deutschen Fußballnationalmannschaft und haben daran angelehnt die Menschenrechte kurz zusammengetragen. Es gibt 30 Menschenrechte, die 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nation beschlossen wurden, zu diesen zählen z.B., dass es keine Sklaverei geben darf, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind oder auch dass jeder frei seine Meinung sagen darf.
Daraufhin haben wir eigenständig Informationstexte, Karten und Grafiken gelesen und uns angeschaut, um so grundlegendes Wissen über Katar, die Entwicklung des Landes und die Vorbereitungen dort auf die WM zu erlangen.
In Katar wurde 1939 eine große Erdölquelle entdeckt, 1971 wurde vor der Küste eines der größten Erdgasfelder der Welt erschlossen. Durch diese enormen Reserven an fossilen Energieträgern gilt Katar gemessen an der Kaufkraft der Bevölkerung heute als das reichste Land der Welt. An der Spitze des Landes steht der Emir von Katar, dieser ist der oberste Inhaber der Exekutive und Legislative, ein Parlament oder Parteien gibt es nicht.
Nach der Besprechung der Arbeitsergebnisse folgte ein Video das auf die Situation und die Probleme der Gastarbeiter in Katar einging. Es wurde deutlich, dass viel Bauunternehmen, die in Katar mit den Vorbereitungen der Fußballweltmeisterschaft 2022 beauftragt worden sind, die Rechte der Arbeiter verletzen. Des Weiteren starben bis jetzt schon mehr als 6500 Gastarbeiter.
Am Ende der Stunde folgte nun eine angeregte Diskussion in der Klasse, ob die WM in Katar boykottiert werden soll. Einigen war es wichtig, dass die WM nicht stattfindet, damit nicht noch mehr Menschen sterben und das Leid der Arbeiter beendet wird. Anderen war es wichtig das die WM stattfindet, gerade weil schon so viele gestorben sind und der Einsatz dieser dann nicht einmal zum Ziel führen würde und wenn die WM stattfindet die große Bühne geschaffen wäre, um auf die Situation der Arbeiter bei den Vorbereitungen auf die WM aufmerksam zu machen. Befürchtung Einiger war allerdings, dass die Aufmerksamkeit, die während der WM auf Katar liegt, nicht der Situation der Arbeiter gelten wird, sondern vielmehr der Werbung für den Tourismus und Propaganda für den Emir von Katar. Dabei war besonders interessant zu beobachten, dass sich die Meinungen Vieler während der Diskussion änderten. Doch auch am Ende der Diskussion ergab sich keine einstimmige Meinung der Klasse.

Zusammenfassend lässt sich am Beispiel der geplanten Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar und den damit verbundenen Vorbereitungen erkennen, wie wichtig die Menschenrechte sind und wie wichtig es ist diese zu wahren.

Martha Blum und Leticia Lange OIIIa, 21.12.21

 

 

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurde ein Wettbewerb initiiert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und anzuregen, sich mit dem Thema Menschenrechte auseinander zu setzen. Die Schulgemeinde war aufgerufen, sich kreativ mit den Rechten auseinanderzusetzen. Fast 20 Beiträge gingen bis zum Stichtag, dem 3. Dezember 2021, ein: Gedichte, kritische Texte, ein Rap und künstlerische Produktionen wie Radierungen, Bilder oder Collagen beeindruckten nicht nur wegen ihres hohen kreativen Anspruchs, sondern gerade auch wegen der intensiven Auseinandersetzung mit den Rechten, die sich in allen Arbeiten in besonderer Weise widerspiegeln.

Bei der Preisverleihung am 16.12.2021 in der Aula wurden die Preisträger geehrt, aber auch alle anderen TeilnehmerInnen erhielten eine kleine süße Anerkennung:

1. Platz: Lena Stricker (Sekunda, Gemälde)

2. Platz: Moritz Braune, Daniel Hoene, Jarne Barkhausen (Quinta, Rap)

3. Emely Windermut (Unterprima, Radierung)

4. Malshin Bouzan, Jule Baumjohann, Cecilia Küster, Ida Delbrügge, Lea Bornefeld (Quinta, Gedicht und Illustration)

5. Tuana Steinbring (Unterprima, Illustration und Text)

 

Psychische Belastungen und Erkrankungen von Schülerinnen und Schülern – auch, aber nicht nur durch die Corona-Situation bedingt – sind wichtige Themen, die auch im Rahmen von Schule in den Blick genommen werden müssen.

Daher standen die Sensibilisierung für den Umgang mit psychischen Erkrankungen und Belastungen sowie die Förderung des Aufbaus von Resilienz bei Schülerinnen und Schülern im Vordergrund einer schulinternen Fortbildung am 29.11.2021.

Unterstützt durch ein Team der Regionalen Schulberatungsstelle der Stadt Bielefeld unter Leitung von Frau Sunar und Herrn Lang konnte das Kollegium des Ratsgymnasiums das STABIEL-Projekt kennenlernen. STABIEL (Stigma-Abwehr-Bielefeld) ist ein Schulprojekt zur Förderung der psychischen Gesundheitskompetenz und zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen, welches ursprünglich aus Kanada stammt und für Bielefelder Schulen angepasst wurde.

Wir bedanken uns für die gelungene Gestaltung des Tages bei der Regionalen Schulberatungsstelle.

L. Rodenhäuser, 29.11.2021

Fortbildung 1   Fortbildung 2