Nebelswall 1 - 33602 Bielefeld
0521 - 51 23 94


Ratsgymnasium Bielefeld Schulprofil UNESCO 0621

Am 27.05.2021 wurde das Ratsgymnasium Bielefeld offiziell zur Anerkannten UNESCO-Projektschule ernannt und ist damit Teil eines bundesweit ca. 300 Schulen umfassenden Netzwerks. Weltweit sind 11500 Schulen aus 180 Ländern beteiligt.

Alle UNESCO-Projektschulen bilden gemeinsam ein internationales Schulnetzwerk der UNESCO, das sich für eine Kultur des Friedens einsetzt. Dafür werden Schwerpunkte in unterschiedlichen Säulen gesetzt: Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung, interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Global Citizenship, Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter, UNESCO-Welterbeerziehung.

Mit der Auszeichnung als Anerkannte UNESCO-Projektschule ergibt sich für das Ratsgymnasium die Chance und Verpflichtung, die genannten Säulen als festen Bestandteil des Schulprofils zu bewahren und im Schulleben vielfältige Anknüpfungspunkte zu schaffen. https://www.unesco.de/bildung/unesco-projektschulen

-        Globales Lernen - Projekt Benin

-        Interkulturelles Lernen

-        UNESCO-Welterbeerziehung

-        Bildung für nachhaltige Entwicklung

-        Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung

  Globales lernen – Projekt Benin

unesco4In der Partnerschaft zur Bethléem-Ecole in Tokan (Benin) und der zugehörigen Krankenstation in Womey erweitern die Ratsschüler durch persönliche Kontakte und Brieffreundschaften ihre Perspektive für Probleme und Chancen der „Einen Welt“. Im Sinne des Mottos der lokalen Agenda 21, „Global Denken - lokal handeln“, übernehmen sie alljährlich soziale Verantwortung auf globaler Ebene in der „Aktion Tagwerk“, dem „Weihnachtsbasar“ und der Versendung von Weihnachtspäckchen nach Benin. Hierbei werden konkrete Projekte vor Ort unterstützt, etwa die Wartung des Krankenwagens und des Ultraschallgerätes in der Krankenstation oder die Einrichtung eines Schülerlabors in der Schule. Begleitend setzen sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Natur und Kultur, Wirtschaft und Bevölkerung in Benin auseinander.

Interkulturell – Schüleraustausch

unesco3Austauschprogramme mit unseren Partnerschulen in Abingdon (Großbritannien) und Gap (Frankreich) sind fester Bestandteil unseres Schullebens. Leben in den Gastfamilien, gemeinsamer Unterricht und Unternehmungen wie Fahrten nach Oxford und Marseille fördern das gegenseitige Kennenlernen. So werden kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten vor Ort erlebt und europäische Freundschaften geschlossen. Im regelmäßig durchgeführten Native Speaker Project schaffen es Muttersprachler, die Schülerinnen und Schüler am Rats in kleinen Gruppen zu authentischer Kommunikation zu motivieren, die sich sowohl mit Alltagsthemen befasst als auch gesellschaftlich-relevante Fragestellungen aufgreift. Schülerinnen und Schüler, die einen Schulaufenthalt insbesondere im außereuropäischen Ausland anstreben werden darin von der Schule besonders unterstützt.

UNESCO-Welterbeerziehung
unesco2Eine bewusste Auseinandersetzung mit dem UNESCO-Welterbe ist fest im Schulprofil verankert.

Drei Aufenthalte im Schullandheim auf Langeoog in der Sekundarstufe I sind eng verbunden mit der Erkundung des einzigartigen Weltnaturerbes Wattenmeer.

Die Vielfalt des Weltkulturerbes wird auf Tagesexkursionen etwa in den Archäologischen Park Xanten (Jgst. 6) ebenso erschlossen wie auf den Studienfahrten nach Griechenland und Italien (Q1). Dort setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Welterbestätten in Athen, Olympia und Delphi bzw. in Rom, Florenz und Pompeii auseinander. Studientage in Weimar/Buchenwald (EF) und Berlin/Potsdam (Q2) runden Erlebnis und Reflexion des UNESCO-Weltkulturerbes in der Sekundarstufe II ab.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

unesco1Der Projektunterricht im Weltnaturerbe vermittelt den Schülerinnen und Schülern von der fünften Klasse an eine Bildung für nachhaltige Entwicklung im Sinne der Vereinten Nationen. Dieses geschieht auch in Kooperation mit den Rangern der Nationalparkverwaltung. In Wattwanderungen oder Ausflügen ins Dorf, an den Strand oder in die Schutzgebiete wird der schützenswerte Naturraum erlebt und Raumnutzungskonflikte im Spannungsfeld von Tourismus, lokaler Bevölkerung und Weltnaturerbe bewertet.

In der Q1 führt eine meeresbiologische Studienfahrt die Schülerinnen und Schüler etwa nach Italien oder Kroatien, wo sie die mediterrane Flora und Fauna in Schnorchelgängen erkunden und im Labor untersuchen. Vor Ort in Bielefeld leiten unterschiedliche Projekte im Laufe der gesamten Schulzeit zu einem nachhaltigen Schulleben an. Dazu gehören die Projekte zur nachhaltigen Mobilität (etwa Tipps zur Fahrradsicherung) und die Umsetzung von Maßnahmen der Energie-Spar-AG. Die SV achtet auf nachhaltige Produkte und das Frühstücksfenster und die Sporthelfer tragen in den Schulpausen zur Gesundheitserziehung bei. Ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit stand der UNESCO-Projekttag 2018 mit dem Schwerpunkt „Brennpunkt Zukunft - AGENDA 2030“ (UNESCO-Projekttag 2018 ).

Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung

Foto StreitschlichterDemokratie und Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Diesen großen historischen Errungenschaften und ihren gegenwärtigen Herausforderungen wird besonders in den Fächern Latein, Griechisch, Geschichte und Wirtschaft-Politik sowie Religion und Philosophie nachgegangen. Im „Kleinen“ werden sie in Arbeitsgemeinschaften und Projekten wie dem Lions Quest (Jgst. 5-7), den Streitschlichtern (Jgst. 8), Medienscouts (Jgst. 9) und Modell-UN-Konferenzen (Sek. II) auch aktiv umgesetzt. Im Sozialpraktikum begegnen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 hilfsbedürftigen Menschen und übernehmen dabei auch Verantwortung. Eine aktive SV und der Schülerrat sind starke Partner in den schulischen Gremien. Besondere Aktionen wie „Hebt die Hand für Menschenrechte“ zum Tag der Menschenrechte im Dezember und die Teilnahme an Wettbewerben zur politischen Bildung (Jugend debattiert, Politikwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung) stärken das demokratische Bewusstsein.

Der Weg zur Anerkannten UNESCO-Projektschule

Der Weg zur Anerkannten UNESCO-Projektschule begann 2013 mit einer dreijährigen Phase des Kennenlernens als Interessierte UNESCO-Projektschule auf Landesebene. In dieser Zeit haben zwei UNESCO-Projekttage UNESCO-Themen in den Fokus der ganzen Schule gestellt: 2014 unter dem Motto „Welterbe Erde - mach dich stark für VIELFALT!“ und zuletzt 2016 mit: „Schau hin! Misch dich ein“ (s. zu den Projekttagen die detaillierte Berichterstattung in den Mitteilungen. September 2016. S. 45-51).
Auch darüber hinaus hat die Analyse des Schulprofils und gelebten Schulalltags am Ratsgymnasium allen am Schulleben Beteiligten gezeigt, dass zahlreiche Überschneidungspunkte zu den Schwerpunkten der UNESCO existieren. In diesem Bewusstsein haben alle Schulgremien einstimmig dem Antrag an die Bundeskoordination der UNESCO-Projektschulen zugestimmt, als Mitarbeitende UNESCO-Projektschule ins bundesweite Netzwerk aufgenommen zu werden. Die feierliche Überreichung der Urkunde zur Mitarbeitenden UNESCO-Projektschule am 24.11.2016 war mit einer schönen Schulfeier verbunden (vgl. die Beiträge im Westfalenblatt vom 25.11.2016).
Nachdem 2019 der Antrag zur „anerkannten“ Schule gestellt worden war, begann allerdings vor allem coronabedingt eine lange Wartezeit – auf die ersehnte Nachricht aus dem Hauptsitz der UNESCO in Paris. Auch die dem Anlass angemessene große Schulfeier musste pandemiebedingt leider ausfallen. Mit der Überreichung der Urkunde in Düsseldorf durch Schulministerin Yvonne Gebauer ist die Anerkennung aber offiziell.

Aufnahme ins weltweite UNESCO-Schulnetzwerk - Das Ratsgymnasium ist anerkannte UNESCO-Projektschule

Ratsgymnasium ist jetzt UNESCO-Projektschule