Nebelswall 1 - 33602 Bielefeld
0521 - 51 23 94

 Politikertag 1

von links: Zoë Klee (Moderation), Leo Knauf (FDP), Ralph Nettelstroth (CDU), Christina Osei (Grüne), Christina Kampmann (SPD) Marios Vafiadis (Fragen und Abstimmung) und Niclas Conrad (Moderation)

Um sieben Uhr beginnt der Schultag am Ratsgymnasium für Zoë Klee, Niclas Conrad und Marios Vafiadis von der Schülervertretung am Freitag, 28.April ziemlich früh. Die Gestaltung der Unterrichtsanfangszeiten ist auch ein Thema, das an diesem besonderen Tag noch zur Sprache kommen wird.

Anlässlich der anstehenden Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fand am 29. April 2022 im Ratsgymnasium bereits zum zweiten Mal ein sogenannter „Politikertag“ auf Initiative der Schülervertretung (SV) und unter Mithilfe der SV-Lehrer*innen Lisa Ellerbrock und Christian Jansen sowie Sowi-Lehrer Michael Karmann statt. Politiker*innen der Parteien SPD, CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP im Wahlkreis Bielefeld I bzw. 92 waren zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden, bei der es vornehmlich um das Thema Bildung gehen sollte.
Unter großen Applaus begrüßten Zoë Klee und Niclas Conrad, die die Podiumsdiskussion moderierten, Leo Knauf (FDP), Christina Osei (Grüne), Ralph Nettelstroth (CDU) und Christina Kampmann (SPD).
Applaus brandete auch während der Debatte an der einen oder anderen Stelle in der vollen Aula auf, was zeigte, dass die Schüler*innen der Oberstufe schon eine genaue Vorstellung davon haben, was sie sich für eine sinnvolle Bildungspolitik vorstellen.
In der folgenden Stunde drehte sich dann alles um die bildungspolitischen Ziele der vier Parteien So mussten sich die Politiker*innen durchaus kritischen Fragen zur Umsetzung der Digitalisierung, der Bedeutung der politischer Bildung vor dem Hintergrund der Stärkung des Bereiches Wirtschaft unter Schwarz-Gelb, der Umsetzung der Inklusion, der Talentförderung und vielen weiteren Themenbereichen stellen. Auch die Frage, ob bereits Jugendliche ab 16 in NRW wählen sollten, interessierte die Schüler*innen besonders, die bei einer spontan von SPD-Kandidatin Christina Kampmann initiierten Abstimmung dieser Frage überwiegend zustimmten. Außer CDU-Kandidat Nettelstroth befürworteten auch die Politiker*innen dieses Anliegen und bezogen sich vor allem auf das Engagement, Interesse und die Initiative der Jugendlichen, die sich z.B. bei der „fridays for future“-Bewegung zeige.
Während der Diskussion reichten die Schüler*innen weitere Fragen nach vorne, die von Oberstufenschüler Marios Vafiadis thematisch vorsortiert sowie an die Moderatoren weitergeleitet wurden und in der letzten halben Stunde noch einmal für etwas Kontroversität sorgten.
Nach anderthalb Stunden wurde die Podiumsdiskussion mit einer Umfrage in der Oberstufe abgeschlossen, nach der 20,15% die CDU, 38,81% die FDP, 14,93% die GRÜNEN und 18,66% die SPD wählen würden. Und so endeten zwei sehr spannende Schulstunden wie sie begannen; mit Politik.

 

 

Fotos: Michael Karmann
Text: Marios Vafiadis

Nicht gewonnen und doch erfolgreich
Justus Lunecke (9a) vertrat das Ratsgymnasium in der Landesqualifikation „Jugend debattiert“ in Oberhausen

Netflix & Chill hat sich zum Synonym für gemütliche Serienabende entwickelt. Dabei lässt sich trefflich streiten, ob diese Formate nur der Unterhaltung dienen oder ob sich politische oder gesellschaftliche Konflikte in ihnen darlegen.

Mit der Streitfrage „Sollen Inhalte von populären Serien Gegenstand des Schulunterrichts sein?“ befassten sich die Teilnehmer*innen der nordrhein-westfälischen Landesqualifikation von „Jugend debattiert“ in der Altersgruppe 1 am 5.4. in Oberhausen. Nachdem er bereits im Vorfeld das Klassen-, das Schul- und das Regionalfinale für sich entscheiden konnte, vertrat Justus Lunecke (9a) das Ratsgymnasium in der Finaldebatte der Qualifizierung auf Landesebene. Dieses wurde durch ein Wochenende vorbereitet, bei dem sich die Teilnehmer*innen bereits kennenlernen konnten und sich gemeinsam auf das Finale vorbereiteten.

Auch wenn er am Ende nicht zu den vier Finalist*innen zählte, freut er sich über die anregende Debattenkultur: „Es herrschte allgemein eine sehr aufgeregte, gespannte und doch gute Atmosphäre. Sicherlich war es spannend sich mit Jugendlichen in meinem Alter auszutauschen, vor allem wenn sich alle ausführlich auf ein Thema vorbereitet haben.“ In der Debatte vertrat er die Position Pro1, entwickelte einen Vorschlag, wie Serien zum Gegenstand des Schulunterrichts werden können und vertrat diese Position im Verlauf der Debatte. Selbstkritisch reflektiert Justus am Ende: „Ich hätte die Debatte mehr leiten sollen, um Redundanzen zu umgehen und so eine größere Vielfalt an Argumenten in die Debatte einbringen sollen.“, wobei insbesondere seine Ausdrucksweise und Gesprächskompetenz von der Jury gelobt wurden.

Jugenddebattiert 1

Justus (links) und die weiteren Teilnehmer*innen der Debatte.
Bild-Quelle: Jugend debattiert NRW

Jugenddebattiert 2

Justus (rechts) während der Vorbereitung auf die Debatte.
Bild-Quelle: Jugend debattiert NRW

 M. Bruderhofer, 26.04.22

Nach langer Corona-Pause zeigten die vielfältigen Ensembles des Rats ein abwechslungsreiches Programm. So lockten Stücke wie der Gospel „Oh Happy Day“, die Ochestral Suite aus „Der Herr der Ringe“, der Klassiker „One Moment in Time“ oder „Canon“ von Johann Sebastian Bach“ viele Besucher in die Aula des Ratsgymnasiums. Alle Ensembles der Schule unter Leitung der Musiklehrkräfte Franziska Dette, Katharina Gärtner, Dominik Hummel und Jakob Warlich sorgten für frühlingshafte Stimmung.

Unter anderem hatten die Musiker auch das Stück „Kalinka“ des russischen Komponisten Larionow ins Programm aufgenommen. „Wir hatten kurz überlegt, das Lied aus dem Programm zu nehmen“, so Musiklehrer Dominik Hummel in Anspielung auf den Ukrainekrieg. „Die Kultur eines Volkes darf meiner Meinung nach aber nicht in Sippenhaft genommen werden für das Handeln einzelner Personen“ bilanzierte Hummel, der zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen durch den Abend führte und erntete dafür Applaus. Das Volkslied thematisiere die Kraft der Liebe, was eben genauso unpolitisch wie politisch verstanden werden könne.

Mit dem Konzert wurde zudem die Gelegenheit genutzt, langjährigen Ensemblemitgliedern aus dem diesjährigen Abiturjahrgang für ihr musikalisches Engagement zu danken.

 

 

Als krönender Abschluss des gemeinsamen Konzerts in der Oetkerhalle nahmen die Musikerinnen und Musiker unserer Big Band im Rahmen des Jazz@school Förderprogramms am 12. März an der – durch die WDR Bigband betreuten – Masterclaas im Funkhaus des WDR in Köln teil. Begleitet wurden sie vom Leiter der Big Band Dominik Hummel. Die Inhalte des Workshops reichten vom Big Band Coaching durch die Profis bis hin zum Blick hinter die Kulissen einer der erfolgreichsten Jazz-Combo der Welt. Höhepunkt des Tages war ein Konzert mit der WDR Bigband unter der Leitung von Thorsten Maaß in großer Besetzung – exklusiv für die jazzbegeisterten Teilnehmer*innen. Ein ganz besonderer Tag, der sicherlich vielen der Nachwuchsmusiker in Erinnerung bleiben wird.

 

Diese Frage stellten sich Schüler*innen am Mittwoch, als zu Beginn des Gottesdienstes ein Ausschnitt aus Harry Potter vorgelesen wurde: Harry Potter steht im Büro von Dumbledore und muss zusehen, wie Dumbledores Phönix zu Asche zerfällt, um anschließend neu aus der Asche aufzuerstehen.

Nach den Tagen rund um Karneval begingen die katholischen und weitere interessierte Schüler*innen des Ratsgymnasiums am Aschermittwoch in der 1. Stunde einen Gottesdienst in der St. Jodokus-Kirche. Der Gottesdienst fällt dabei in eine Zeit, die geprägt ist vom Krieg in der Ukraine. Die Schüler*innen brachten ihre Sorgen dazu in einer Fürbitte ein: „Für das ukrainische Volk und alle Menschen, die in diesem Krieg leiden und sterben. Für den Willen zum Frieden.“

Schüler*innen aus dem Jahrgang 8 hatten den Gottesdienst – durchgeführt von Pfarrer Norbert Nacke – vorbereitet und die Gedanken von Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit mit der Geschichte vom Phönix, der aus der Asche aufersteht, verknüpft:

„Also, in der Fastenzeit geht es nicht nur darum, auf etwas zu verzichten, sondern auch für etwas zu fasten, z.B. für Freunde und Familie, für mich selbst, für Gott. Man konzentriert sich dann einfach auf alle wichtigen Sachen im Leben und erinnert sich daran, dass man sterblich ist. Das bedeutet, dass man daran denkt, dass man auch nur ein Mensch ist und nicht alles immer perfekt laufen muss. Man kann einfach mal einen Neuanfang wagen, so wie der Phönix aus der Asche neu beginnt.“

So formulierten es die Schüler*innen während des Gottesdienstes und stellten daraufhin auch allen anderen Schüler*innen die Frage, wie sie sich in den kommenden 40 Tagen auf Ostern vorbereiten wollen:

„Welche Ideen habt ihr? Was passt zu eurem Leben? Womit könnt ihr neu beginnen?“

 

Y. Selke, 02.03.2022

aschermittwoch 2   aschermittwoch 1