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Der Donnerstag der letzten Woche (10.12.2020) stand an unserer Schule ganz im Zeichen des Tages der Menschenrechte. Dieser ist jährlich am 10. Dezember der Gedenktag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Erklärung wurde eben genau an diesem Tag im Jahr 1948 durch die Versammlung der Vereinten Nationen als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs verabschiedet. Bis zu diesem Zeitpunkt war es ein langer und beschwerlicher Weg zur Beachtung der Menschenrechte gewesen, die sich erst im Laufe der Geschichte und vor dem Hintergrund vermehrter Forderungen von angeborenen Grundrechten herausgebildet hatten. Das Dokument aus dem Jahr 1948 beinhaltet hingegen bis heute wesentliche Menschenrechte, wie z.B. das Recht auf Leben, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Verbote der Sklaverei und Folter.
Als mitarbeitende UNESCO-Projektschule hatte sich deshalb die UNESCO-Projektgruppe im Vorfeld Möglichkeiten überlegt, wie alle Beteiligten in der Schule auf diesen bedeutsamen Tag aufmerksam gemacht werden könnten. Deshalb wurden u.a. in der ganzen Schule künstlerisch gestaltete Plakate aufgehängt, die von SchülerInnen der Klasse 5 erarbeitet worden waren und ausgewählte Menschenrechte in ihrer Bedeutung bildlich darstellten. Viele bunte Hände, erarbeitet in einer Einheit zum Thema Menschenrechte in der OIIIc im Fach Erdkunde, regten dazu an die „Hand für Menschenrechte zu heben“. Darüber hinaus wurden innerhalb der unterschiedlichen Jahrgangsstufen die Menschenrechte in den Mittelpunkt der Unterrichtsstunden gerückt, um so mit den Lerngruppen den heutigen Stellenwert dieser zu thematisieren.
Im katholischen Religionsunterricht der Jahrgangsstufe 9 wurde das Thema Menschenrechte in Bezug auf die Verbindung zum Fach Religion besprochen. Dabei wurde auf bereits behandelte Themen, wie die Propheten zurückgegriffen, da es auch hier um zentrale Aspekte der Meinungsfreiheit und Glaubensfreiheit ging. Die Klasse wurde in Gruppen mit drei oder vier Personen eingeteilt, damit es pro Gruppe mindestens ein elektronisches Gerät für eine Präsentation gab. Dann ging es darum Hintergrundinformationen zu sammeln und eine Präsentation zu erarbeiten. Welche Menschenrechte kamen schon einmal im Religionsunterricht vor? Welche Menschenrechte sind für mich persönlich besonders wichtig? Wo und wie könnte ich mich genau für diese einsetzten?
Einer der Grundkurse in Sozialwissenschaften des Jahrgangs 12 hatte sich mit den Menschenrechten und der EU-Flüchtlingspolitik in Zeiten der Corona-Pandemie beschäftigt. Thematisiert wurden einerseits die Merkmale und die Bedeutung von Menschenrechten sowie unterschiedliche Beispiele von Rechtstexten, in denen diese vertraglich kodifiziert worden sind, wie z.B. die Genfer Flüchtlingskonvention, die Europäische Menschenrechtskonvention und andererseits die Flüchtlingspolitik der EU.
Der Kurs kam zu folgenden, wesentlichen Ergebnissen: Die Corona-Pandemie, hat die Abschottungspolitik der EU noch weiter vorangetrieben, z.B. durch Asylrechtsverschärfungen, Verletzung des Grundsatzes der Nichtzurückweisung sowie illegale „push-backs“. Die Schlussfolgerung des Kurses war somit, dass die EU ihrer humanitären Verantwortung nicht vollständig gerecht wird. Denn das Menschenrecht auf Asyl ist rechtlich bindend, der Schutz der Grenzen scheint aber wichtiger zu sein als der Schutz von Menschen. Demnach wurden dann von der Lerngruppe mögliche politische Forderungen gestellt: Einhaltung grundlegender Werte (Menschenrechte), Sanktionen gegen Staaten, die gegen EU-Recht verstoßen, eine solidarische Flüchtlingspolitik nach einem fairen Verteilungsschlüssel, Sicherung eines fairen und individuellen Asylverfahrens, Abschiebestopp und Schaffung legaler Fluchtwege.
Im Fach Geschichte wurde beispielhaft der beschwerliche „deutsche Weg“ zur Einführung und Wahrung von Grundrechten im 19. Jahrhundert thematisiert. Hatte die „Paulskirchenverfassung“ aus dem Jahr 1849, die jedoch keine Umsetzung im gescheiterten deutschen Einheitsstaat fand, noch einen fortschrittlichen und wegweisenden Grundrechtskatalog verankert, der darüber hinaus viele Parallelen zum heutigen Grundgesetz der Bundesrepublik enthielt, so schloss die später eingeführte Reichsverfassung aus dem Jahr 1871 einen Grundrechteteil auf Reichsebene aus. Wohingegen zumindest ein demokratisches und allgemeines Wahlrecht beinhaltet war.
Die Fünftklässler des Ratsgymnasiums beschäftigten sich unterdessen am Tag der Menschenrechte mit dem Thema Sklaverei. Im Lateinunterricht wurde besonders auf die Menschenrechte im alten Rom eingegangen. Im Unterricht erhielten sie dazu einige Materialien zum Lernen an Stationen, die zum Beispiel die Themen Sklaverei, damalige Menschenrechte und die Befreiung ehemaliger Sklaven behandelten. Durch das Aufgreifen der heutigen Rechtslage wurde der starke Kontrast zu früher hervorgehoben, der bei vielen SchülerInnen für Verwunderung sorgte. Durch das kreative Arbeiten wurde das Thema mit viel Spaß eingeleitet. Erstaunlich war, welch unterschiedliche Vorstellungen die Lerngruppe von den damaligen Verhältnissen hatten. So schätzten die SchülerInnen zu der Frage, wie viele Sklaven sich ein römischer Kaiser wohl leistete, nur fünf statt der tatsächlichen 400, während andere mit ihrer Schätzung in den Bereich der Tausend gingen.
Insgesamt zeigte sich, dass das Projekt nicht nur bei den Fünftklässlern, sondern in allen Stufen, zu großem Interesse führte und somit der Tag der Menschenrechte breite Aufmerksamkeit erhielt.

Die Schülerzeitungs AG: Andrea, Charlotte, Claudio und Lena.

Ungewöhnliche Dinge waren kürzlich in der Schule zu beobachten. Beleuchtung und Kameras wurden aufgebaut und eine kleine Film-Crew durchwanderte das Gebäude. Sogar eine Videodrohne wurde gesichtet!
Was es damit auf sich hat, erfahren Sie / erfahrt ihr hier hoffentlich noch im Dezember.

02.12.20

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Aus dem Chat der 5b

Frühling, Schulschließung … Zeit für das Tomaten-Projekt.
Die Klassen 5a und 5b haben vom Gewinnen des Samens aus „normalen“ Tomaten bis zum Aussäen zunächst alles zu Hause gemacht. Erforderlich waren neben Tomaten (z.B. aus dem Supermarkt) auch einfache Behälter und Erde – und natürlich etwas Begeisterung und Ausdauer. Als es zu eng in den Töpfen wurde, ging es ans Pikieren (Vereinzeln) der Pflanzen und nach den langen Sommerferien konnten tatsächlich ein paar Tomaten bewundert und geerntet werden. Ein reger Austausch erfolgte über den Chat und ab Mai auch wieder im Präsenz-Unterricht.

Anna Vogt, Heike Biermann

TomatenBericht von Lina Laukamp (5a)
Dies sind meine Tomatenpflanzen. Wir haben sie als Biologie Projekt in der Homeschooling Zeit zuhause gezüchtet.
Dazu haben wir die Samen einer ganz gewöhnlichen Tomate genommen die Kerne getrennt und getrocknet dann,haben wir die Kerne zu mehreren in einen kleinen Topf gepflanzt und immer gegossen und dafür gesorgt das sie genügend Licht bekommen. Nach einer Zeit kamen die ersten Pflanzen und wir haben sie für unser Tomatentagebuch ausgemessen und Fotos von ihnen gemacht. Irgendwann waren sie groß genug und wir haben sie getrennt damit sie in größere Töpfe konnten. Ab dann haben wir sie dann Tag und Nacht draußen stehen lassen. Dieses Projekt ging auch nach der Home scholing Zeit noch weiter denn dann kam der schönste Teil und zwar das Pflücken und Genießen.

Luzie und Elias aus dem Jahrgang 8 wurden zu Lehrerin und Lehrer im Religionskurs der 5. Klasse und gaben Unterricht in der griechischen Sprache.
Beim Thema „Bibel“ hatten sich die Sextanerinnen und Sextaner mit den Sprachen der Bibel beschäftigt. Der größte Teil des Alten Testaments ist auf Hebräisch verfasst. Seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. war Griechisch –ähnlich wie heute Englisch- eine vielgenutzte Verkehrssprache. Bereits die jüngeren Schriften des Alten Testaments und auch das gesamte Neue Testament sind auf Griechisch verfasst.
Luzie und Elias haben im Differenzierungsbereich das Fach Griechisch gewählt und lernen mit Begeisterung die Sprache und die geschichtlichen Hintergründe. Davon erzählten sie dem Kurs und erläuterten das griechische Alphabet. Am Ende der Stunde konnten alle Schülerinnen und Schüler ihre Namen und weitere Begriffe in griechischer Schrift schreiben.
„Das hat richtig Spaß gemacht!“ – so die Rückmeldung der Schüler an die jungen Lehrer!

R. Tenge, 20.11.20

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Das Ministerium für Schule und Bildung NRW bietet in den Oster- und Herbstferien regelmäßig kostenlose Lernferien für Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen an. Dabei geht es darum, individuelle Potenziale zu erkennen, zu nutzen und zu entwickeln. In einem interessanten Programm von unterschiedlichen Workshops geht es um Motivation, Förderung und Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragestellungen. In den vergangenen Herbstferien nahmen wieder einige Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums an diesem Angebot teil.

Anouk Simon aus der U III b erzählt in ihrem Erfahrungsbericht von ihren Erlebnissen.
Vielleicht kann diese Darstellung für weitere Schülerinnen und Schüler eine Anregung für die Planung der kommenden Osterferien sein.
Die Informationen zu den Anmeldungen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

R. Tenge, 08.11.2020

Anouk Simon, UIIIb

Erfahrungsbericht

Meine Herbstferien als Lernferien - Noch mehr Schule, oder was!?

Unter „Ferien“ versteht man ja eigentlich Erholung, Abschalten und nicht groß über Schule nachdenken…lieber den eigenen Hobbies nachgehen und sich mit Freunden treffen. – Als ich von den „LernFerien NRW“ erfahren habe, habe ich deswegen zuerst auch gedacht: „Lernen und Ferien?! Das passt gar nicht zusammen!“

Doch als ich mir den Wochenplan von „LernFerien – Begabungen fördern“ genauer angesehen habe, habe ich einen ganz anderen Eindruck bekommen. Für Schülerinnen und Schüler aus der achten und neunten Klasse wurde in Bielefeld unter dem Motto „Blickwinkel“ ein ziemlich abwechslungsreiches Programm angekündigt. Die einzelnen Programmpunkte reichten von Foto- und Kunstworkshops bis hin zur Diskussion mit Politikern. Das hat alles richtig spannend ausgesehen und hat mich ziemlich neugierig gemacht.

Ich wollte gern mitmachen und hatte das Glück, dass mich das Ratsgymnasium für die Teilnahme vorgeschlagen hat ( – Man muss von einer Lehrkraft der eigenen Schule vorgeschlagen werden, und pro Schule darf nur eine Person für „Begabung fördern“ angemeldet werden.). Ich habe schnell eine Zusage für einen der zwölf Plätze in Bielefeld erhalten. In meinem Kopf ist aus dem Wort „LernFerien“ ein „Workshop-Camp“ geworden.

Die Lerncamps finden immer fünf Tage lang statt und normalerweise in einem Jugendgästehaus mit Übernachtung und Abendprogramm. Diesmal gab es aber wegen Corona leider kein Übernachten, sondern wir haben uns jeden Tag nur von 10 bis 17.30 Uhr getroffen, außerdem in einer kleineren Gruppe und mit Hygienemaßnahmen. Schülerinnen und Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen können an den Camps teilnehmen, so dass in unserer Gruppe zum Beispiel auch welche aus Duisburg oder Bad Driburg waren. Lernferien 1Natürlich war es aufregend für mich, mit fremden Personen, die ich alle (außer einer Freundin) noch nicht kannte, so eine Woche zu verbringen. Das Programm war aber gut aufgebaut, so dass wir am Anfang erst mal Zeit hatten, uns über Kennenlernspiele miteinander vertraut zu machen. In einer ersten Übung sollten wir uns in unterschiedliche Situationen hineinversetzen. Es ging darum, zu negativen Erlebnissen  –  wie zum Beispiel „Ich verliere mein Handy.“ oder sogar „Meine Eltern trennen sich.“ –  eine andere gedankliche Perspektive zu finden. Zusammen haben wir überlegt, ob und welche Vorteile mit solchen Unglücken verbunden sein könnten.

Thematisch ging es nach dem ersten Kennenlerntag weiter unter dem Motto „Blickwinkel vergleichen“. Am Dienstag waren zwei Gäste eingeladen – Barbara Kahl-Zimmermann, eine Künstlerin, und Yilmaz Kartal, ein jesidischer Gastronom. Beide erzählten uns von ihren teilweise dramatischen Lebenserfahrungen. Die persönlichen Geschichten waren jede für sich schon sehr bewegend, und dabei auch sehr unterschiedlich. Da war es gleichzeitig beeindruckend zu sehen, dass man sich auch trotz ganz verschiedener Lebenserfahrungen gut miteinander verstehen kann.

Lernferien 2Am Nachmittag haben wir dann eine Ausstellung in der Kunsthalle besucht, wo eine Kunstpädagogin für uns eine Führung gemacht hat und wo wir uns über unsere verschiedenen Eindrücke ausgetauscht haben. Auch hier konnten wir erleben, dass Künstler die Welt ganz unterschiedlich sehen und dass wir selbst auch alle einen unterschiedlichen Blick auf die Kunst haben. Zum Schluss durften wir vor Ort selbst noch kreativ werden.

Lernferien 3

Am Mittwoch lag der Schwerpunkt auf „Blickwinkel hinterfragen“: Vormittags war ein Wissenschaftler von der Universität da, der mit uns über die Forschung  zu Geschlechter-Stereotypen sprach. Mein persönliches Highlight war allerdings der Nachmittag, als wir die Gelegenheit bekamen, mit Kommunalpolitikern der verschiedenen Parteien eine Podiumsdiskussion zu veranstalten. Auch hier wurden wieder ziemlich verschiedene Blickwinkel deutlich. Ich fand es cool, einmal aus der Nähe mit Politikern sprechen zu können.

Lernferien 4Der nächste Tag war mit „Blickwinkel ändern“ überschrieben. Morgens stand Fotografieren auf dem Programm, und wir haben uns mit der Veränderung von optischer Perspektive beschäftigt. Wir haben denselben Gegenstand mit einem unterschiedlichen Fokus fotografiert und mit optischen Täuschungen experimentiert. Da ich gern fotografiere, war das natürlich auch ein Highlight! Nachmittags hat der Redner und Coach Leander Greitemann, der sonst schon mal vor Hunderten von Menschen spricht, einen Vortrag über Möglichkeiten des Perspektivwechsels gehalten. Interessant war zum Beispiel seine Übung, typische Gedanken- und Verhaltensmuster, die wir bei uns selbst erkennen, einmal aufzuschreiben, um sie dann anders als gewohnt zu bewerten.

Am letzten Tag haben wir einen kleinen Rückblick gemacht und eine „Warme Dusche“. Das heißt, jeder von uns bekam ein Blatt Papier, auf dem die übrige Gruppe positive Rückmeldungen gesammelt hatte.

Ich muss sagen, mir hat die Woche insgesamt richtig gut gefallen und ich bin dankbar, dass ich mitmachen durfte. Ich konnte nette Leute kennenlernen und viele neue Erfahrungen sammeln. Dazu gehörten Aktivitäten, zu denen ich sonst nie die Gelegenheit gehabt hätte. Es war schön, sich ganz frei und ohne zeitlichen Stress oder Notendruck mit interessanten Themen zu beschäftigen.

Als Gruppe sind wir schnell zu einer guten Gemeinschaft geworden und nach kurzer Zeit habe ich gedacht, dass ich die anderen schon viel länger kennen würde. Mir hat es neben der guten Zusammenarbeit besonders gut gefallen, dass wir immer viel miteinander gelacht haben. Auch die Pausen mit „Werwolf“-Spielen und gemeinsamen Mahlzeiten haben dazu beigetragen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich jederzeit an einem weiteren LernFerien-Angebot teilnehmen würde. Und ich würde die Teilnahme auch auf jeden Fall an andere weiterempfehlen. Selbst in den Ferien lohnt es sich mitzumachen, auch wenn der Name „Lernferien“ vielleicht etwas abschreckend sein kann.