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Digitale Endgeräte wie zum Beispiel Tablets oder Laptops sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Dementsprechend ist es auch immer wichtiger geworden, dass Kinder frühzeitig den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen erlernen. Darüber hinaus bieten sie durch technische Weiterentwicklungen und neue Apps enormes pädagogisches Potenzial: Recherchen werden um ein Vielfaches leichter, weil bei der Verwendung elektronischer Datenbanken riesige Informationsmengen in Sekundenschnelle zur Verfügung stehen. Durch die Verwendung von Augmented Reality (deutsch: erweitere Realität) oder Simulationssoftware lassen sich Sachverhalte auf ganz neue Art und Weise veranschaulichen. Mit Hilfe interaktiver Apps können Zusammenhänge erkundet werden. In das digitale Unterrichtsheft können neben den üblichen Mitschriften Tondateien oder sogar ganze Videos eingebunden werden.
Aufgrund der großen Vielfalt an Möglichkeiten, die der Einsatz digitaler Endgeräte bietet, haben die Lehrkräfte, Eltern und Vertreter:innen der Schülerschaft im Rahmen der Schulkonferenz beschlossen, ab dem Schuljahr 2021/22 Tablets für alle Schüler:innen der Klasse 8 einzuführen. Wir sind optimistisch, dass sich dadurch Unterrichtsvorhaben noch interessanter gestalten lassen und unsere Schüler:innen neben dem Umgang mit verschiedenen Unterrichts-Apps vor allem die üblichen Unterrichtsinhalte noch besser lernen und verinnerlichen können.

Seit den Sommerferien gibt es ein neues Unterrichtsfach am Ratsgymnasium: In „DigIT“ tauchen die Schüler:innen der 8. Klassen ein Halbjahr lang in die spannende Welt der Bits und Bytes ein. Der Unterricht ist in verschiedene Module unterteilt, die jeweils ein Thema besonders vertiefen. In allen Modulen steht vor allem die Freude an der praktischen Umsetzung der Gedanken im Vordergrund – sei es durch selbst gestaltete Grafiken, fahrende Roboter oder sogar fertige Produkte aus dem 3D-Drucker!

Modul 1: Algorithmen und Daten

Das Schuljahr beginnt mit einem Einblick in das Gebiet „Algorithmen und Daten“. Hier untersuchen die Jugendlichen, wo ihnen in ihrem Alltag Algorithmen (also Handlungsvorschriften, die es ermöglichen, Prozesse automatisch ablaufen zu lassen) begegnen. Dabei stellen sie schnell fest: Algorithmen sind in unserem täglichen Leben praktisch überall zu finden. Ob im Navigationssystem, der Ampelsteuerung, Sprachassistenten oder bei der Wetter-App – ohne Algorithmen wären viele Abläufe heutzutage nicht mehr vorstellbar. Natürlich dürfen unsere Schüler:innen auch eigene Algorithmen entwerfen. Besonderen Spaß macht es dabei, die Mitschüler:innen zu steuern wie einen lebenden Roboter. Außerdem werden erste eigene kleine Computerprogramme entworfen. Zum Beispiel kann man mit dem folgenden Programm die rechts abgebildete Grafik erstellen:


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Abbildung: Programmcode und Grafik

Modul 2: 3D-Druck

Mittlerweile ist es möglich, verschiedenste Gegenstände und Bauteile am Computer zu entwerfen und mit Hilfe eines 3D-Druckers herzustellen. Sogar ganze Wohnhäuser werden schon auf diese Weise gebaut. Im Unterricht erleben unsere Schüler:innen diesen Prozess hautnah mit: Sie entwerfen ein 3D-Modell ihres Wunschgegenstands am Computer, das dann mit Hilfe einer geeigneten Software zum Druck vorbereitet wird. Ist das Ergebnis in der Simulation zufriedenstellend, wird es mit Hilfe des 3D-Druckers hergestellt.
Auf diese Weise können Objekte aus dem realen Leben nachgebaut oder ganz eigene Kreationen produziert werden. Sowohl die Modellierung, als auch die spätere Umsetzung im 3D-Drucker faszinieren und begeistern unsere Schüler:innen immer wieder aufs Neue.
In den Abbildungen sieht man zunächst den Programmcode und anschließend das 3D-Modell eines von Schüler:innen entworfenen Anhängers. Auf den übrigen Fotos sind fertige Produkte aus unserem 3D-Drucker zu sehen.

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Abbildung: Programmcode zum Erstellen eines Ketten-Anhängers

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Abbildung: 3D-Modell des Anhängers

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Abbildung: Fidget Spinner

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Abbildung: Zahlenwürfel

Modul 3: Robotik

Roboter haben inzwischen in viele Bereiche unseres Lebens Einzug gehalten: Sie saugen die Wohnung, mähen den Rasen oder erleichtern Fertigungsprozesse. Im Modul „Robotik“ versetzen sich unsere Schüler:innen in die Rolle von Programmierer:innen. Zu verschiedenen Problemstellungen entwerfen sie geeignete Lösungen, die dann von den Robotern umgesetzt werden.
Zur Programmierung wird eine Programmiersprache benutzt, die gut zu erlernen und denen in den vorangegangenen Modulen benutzten sehr ähnlich ist. Die Programme werden dann von unseren brandneuen mBots umgesetzt, die speziell für den Unterrichtseinsatz konzipiert wurden (s. Foto).

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Abbildung: mBots

Modul 4: Projekt zur App-Programmierung

Ein besonderes Highlight erwartet unsere Schüler:innen am Ende des Halbjahres: Im Rahmen eines mehrtägigen „Programmier-Camps“ lernen sie, eine eigene App für ihr eigenes Smartphone zu programmieren. Dabei dürfen sie eine App ihrer Wahl entwerfen und anschließend umsetzen.

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Abbildung: Mögliche Beispiele für Apps (Quelle: www.appcamps.de)

C. Jansen, 12.10.21

 


Digitaler Markt der Möglichkeiten der Bielefelder Bindungsakteur/innen

Beitrag des Ratsgymnasiums zur Unterstützung des Bielefelder Netzwerkangebotes

Digitaler Markt

Die digitale Bielefelder Bildungskonferenz am 07. Oktober 2021 nimmt sich den Fragen der Bildungsgerechtigkeit im Zeitalter der Digitalisierung und damit verbunden den Teilhabemöglichkeiten an Bildungsangeboten aller Bielefelder/innen in der Region an. Um bereits etablierte Lösungen und Chancen aus dem regionalen Bildungsnetzwerk aufzeigen zu können, wurde dazu in diesem Jahr ein digitaler Markt der Möglichkeiten ins Leben gerufen. Bildungsakteur/innen und Bildungsinstitutionen aus dem Bielefelder Raum präsentieren dabei bewährte Konzepte zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit. Auch das Ratsgymnasium Bielefeld wird mit einem Beitrag das Bildungsnetzwerk unterstützen und Einblick in entwickelte Angebote und Initiativen aus dem Schulleben gewähren. Über Kurzvideos und Projektbeispiele wird Auskunft zu unterschiedlichen Strategien zur Umsetzung gerechter Bildungschancen unter den vorhandenen Rahmenbedingungen der Schule gegeben. Der Beitrag wird ab dem 07. Oktober 2021 über die Homepage der Bielefelder Bildungsregion zu finden sein.

Knapp vor der Bundestagswahl fand am Freitag eine Podiumsdiskussion der drei Parteien, die einen Kanzlerkandidaten stellen, in der Aula des Ratsgymnasiums statt. Die Schülervertretung hatte in Zusammenarbeit mit einigen Lehrkräften der Schule dabei die Organisation übernommen. Die Direktkandidaten in Bielefeld Wiebke Esdar (SPD) und Angelika Westerwelle (CDU) sowie der Grünen-Direktkandidat des Kreises Gütersloh Sebastian Stölting, der seine Kollegin Britta Haßelmann vertrat, stellten sich den Fragen der Elftklässler Zoe Klee und Niclas Conrad vor den Augen der Schülerinnen und Schüler aus der 12. Jahrgangsstufe. Aus der Aula heraus wurde die Debatte in die Klassenräume übertragen, sodass auch die restlichen Oberstufenschüler der Schule coronakonform der Debatte folgen konnten. Neben Klimawandel und Zukunft der Rente standen auch schülernahe Themen wie die Einführung der Fächer Recht und Wirtschaft, die Wehrpflicht und BaföG auf der Tagesordnung.

Ähnlich den Triellen im TV hatten die Schülerinnen und Schüler sich verschiedene Formate einfallen lassen, so mussten die drei Politikerinnen und Politiker Sätze beenden und Positionierungen zu vorgegebenen Thesen per roter oder grüner Karte vornehmen. Natürlich wurde auch die Redezeit der einzelnen Teilnehmer gemessen. Bei den Positionierungen zeigten sich dann die deutlichsten Unterschiede zwischen CDU auf der einen und SPD und Grünen auf der anderen Seite, als es zum Beispiel um die Einführung einer Dienstpflicht für Jugendliche (Grüne, SPD dagegen, CDU dafür) oder das Tempolimit auf Autobahnen (CDU dagegen, SPD und Grüne dafür) ging.
Hinsichtlich des Klimawandels fragte das Moderatorenteam kritisch nach, wie es denn gelingen könnte, den Kampf gegen den Klimawandel mit Deutschlands Rolle als Industrieland und dem Erhalt von Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen.
Dazu betonte Angelika Westerwelle am Beispiel der Automobilindustrie die Chancen der Unternehmen, die diese durch den Austausch der Autoflotten in Zukunft entstehen. Eine Regulierung über die Bepreisung von CO2-Preis und der Bau von Klimaparks führte Sebastian Stölting als Beispiele an. Zudem bremse der Staat zu sehr, beispielsweise bei der Zulassung von Phovoltaik bei Unternehmen Diese wollten und müssten von sich aus nachhaltig sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben, betonte der Grüne und verwies auf Vorbilder in Sachen CO2-Bepreisung, z.B. Kalifornien. Wiebke Esdar sah den Ausbau erneuerbarer Energien als zentral an. Am Beispiel Mitsubishi Paper machte sie den immensen Energieverbrauch der Industrie deutlich und wies darauf hin, dass sich Co2- Einsparungen hier enorm lohnten und eine Umstellung auf erneuerbare Energien besonders wirke. Zudem sei es wichtig, Anreize für Forschung und Entwicklung in der Wirtschaft zu geben. Auch Einwanderung und der demografische Wandel wurden kontrovers diskutiert. Am Ende hatten auch die Schülerinnen und Schüler im Publikum Gelegenheit, Fragen zu stellen.

 M. Karmann, 24.09.21

Praxisimpluse Demoktratiebildung

UNESCO Publikation zur Demokratiebildung mit Praxisbeispiel des Ratsgymnasiums

Wie kann Demokratiebildung in der Schule erfolgreich gelebt werden?

Die mit über 40 Beispielen starke Publikation der UNESCO-Projektschulen bietet genau zu dieser Frage Einblick zu Projekten und Impulsen aus den Schulen des bundesweiten Netzwerks. Passend zur diesjährigen Auszeichnung des Ratsgymnasiums als anerkannten UNESCO-Projektschule, ist mit den Studientagen in Berlin und Potsdam ein Beitrag des Ratsgymnasiums in der Publikation erschienen. Dabei wurde die bereits seit langem etablierte Studienfahrt des Abschlussjahrgangs als beispielhafte Möglichkeit zur Vertiefung der historisch-politischen Bildung gewürdigt. Die einst durch engagierte Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft Geschichte initiierte Fahrt, findet jedes Jahr zum Ende des ersten Halbjahres statt. Innerhalb der Geschichtskurse erkunden die Schülerinnen und Schüler dabei binnen fünf Tagen historische wie politische Orte der deutschen Geschichte in Berlin und Potsdam.

Zum Netzwerk der UNESCO-Projektschulen gehören in Deutschland 300 Schulen unterschiedlicher Schulformen. Zu den wesentlichen Bausteinen der UNESCO-Projektschulen gehören u.a. Demokratie- und Menschenrechtsbildung, Welterbe-Bildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken des digitalen Zeitalters.

Der Beitrag des Ratsgymnasiums ist unter der folgenden Adresse zu finden:

Praxisimpulse Demokratiebildung: Neue Publikation der UNESCO-Projektschulen

 praxisimpulse